Windenergie und Naturschutz - im Einklang

Freiberg/Heldrungen, 28.08.2019: Die Thüringer GreenTech Agentur (ThEGA) hat auch in diesem Jahr Projekte ausgezeichnet, bei denen Menschen, Unternehmen und Kommunen aus Thüringen von der Energiewende profitieren. Die Wiederherstellung der Streuobstwiese in Heldrungen, die Sabowind als Ausgleichsmaßnahme für den Windpark umsetzte, wurde von der ThEGA ausgezeichnet mit folgender Begründung:  

Windkraftanlagen können ein wahrer Segen für die Umwelt sein. Denn je nach Größe der Anlage und je nach Standort werden Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt. Da werden Biotope angelegt, Bachläufe renaturiert oder bebaute Flächen entsiegelt. Spezialisten berechnen präzise, in welchem Rahmen solche Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden. So profitiert die Umwelt nicht nur durch CO2-freien Strom, sondern wird auch noch schöner und natürlicher.

Geregelt sind die Maßnahmen im Bundes-Immissionsschutzgesetz. Es schützt vor schädlichen Umwelteinwirkungen und ist ein wichtiges Teilgebiet des Umweltrechts. Auch und besonders für die Windkraft ist es von Bedeutung.

Windkraft und Naturschutz

Ein gelungenes Beispiel, wie Windkraft und Naturschutz in Einklang kommen, liefert der Windpark Heldrungen im Kyffhäuserkreis. Hier wurden 2016 drei Windenergieanlagen errichtet.

Dabei schienen die Bedingungen zunächst gar nicht gut. Die Kommune hatte schlicht keine Flächen mehr für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung. „Die kurz zuvor gebaute Autobahn 71 hat alle Ausgleichsflächen genommen“, sagt Kerstin Veit, Leiterin Projektentwicklung beim Windkraft-Projektierer Sabowind in Freiberg.

Enge Zusammenarbeit

Doch ohne Ausgleich kein Windrad. „Wir haben eng mit den Naturschutzbehörden zusammengearbeitet und dann nach Privatpersonen gesucht, die noch Flächen zur Verfügung haben“, sagt Veit. Und so lernte sie Hubertus Fehring kennen. Wobei sie ihn, genau genommen, bereits kannte. Fehring gehören auch die Flächen, auf denen zwei der drei Windräder stehen.

Ein Glücksfall war es, dass ihm auch eine 3,7 Hektar große Streuobstwiese in der Nähe gehört. Die frühere Kirschplantage bot den Grün- und Grauspechten und dem Neuntöter keine optimalen Bedingungen – „sie war extrem verbuscht“, sagt Fehring. Deshalb bot sie sich als Ausgleichsfläche an.

Mit den Einnahmen aus den Windkraftanlagen wird die ehemalige Kirschplantage nun regelmäßig gepflegt. Schafe, die die Fläche beweiden, beugen einer erneuten Verbuschung vor. Das verbessert die Funktionen von Boden und Wasser. „Das jetzige Habitat bietet optimale Bedingungen. Auf dem Grünland können sich ferner Blühpflanzen entwickeln“, sagt Fehring.

 

Foto (v.l.n.r.): Konrad Lieberodt (Experte für Natur- und Artenschutz bei Sabowind), Hubertus Fehring (Grundstückseigentümer), Kerstin Veit (Projektleiterin Sabowind) 

Urheber Foto: Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA)

http://www.energiegewinner-thueringen.de/energiegewinner/details-zu/yin-und-yang.html

 

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